Informationen zu dem Thema Gestalttherapie

Die Gestalttherapie wurde vom deutschen Psychiater und Psychologen Fritz Perls und seiner Frau , der Psychologin Lore Perls Anfang der vierziger Jahre in den USA entwickelt und zusammen mit dem amerikanischen Soziologen Paul Goodman 1951 als theoretisches Konzept formuliert. Anfang der siebziger Jahre verbreitete sie sich auch in Europa. In der Gestalttherapie wird der Mensch als Einheit von Körper, Geist und Seele begriffen, der zugleich innig in sein soziales und ökologisches Umfeld eingebettet ist. Mensch, Natur und Umwelt werden als ein zusammenhängendes Ganzes gesehen, in dem sich alle Elemente in einem sich ständig verändernden Prozess von Austausch und koordinierter Aktivität befinden. Das Leben ist auf Sinnfindung ausgerichtet. Zur Methodik der Gestalttherapie gehört die unmittelbare Erfahrung im Hier und Jetzt. Die Therapeuten schulen die Wahrnehmung des / der KlientIn als ihr zentrales Werkzeug zur Selbstheilung. Aus der therapeutischen Situation im Hier und Jetzt werden zusammen mit dem / der KlientIn spontane Experimente entwickelt, die ihre Wahrnehmung vertiefen und ihre Blockierungen überwinden helfen. Dabei stehen eine Reihe von Hilfsmitteln wie Rollenspiel, Körperwahrnehmung, Bewegung, Tanz, Musik, Malen, Schreiben, Traumarbeit und Phantasiereisen zur Verfügung. Die Gestalttherapie ist eine Therapie des Kontaktes und der Beziehung. Sie ist eine dialogische Therapie: Im persönlichen "Hier und Jetzt - Ich und Du" der therapeutischen Situation kommen die Schwierigkeiten und Konflikte des / der KlientIn unmittelbar zum Ausdruck, werden erfahrbar und können mit Hilfe kreativer Gestalttechniken, jedoch vor allem mit Hilfe des lebendigen Kontaktes mit dem / der TherapeutIn aufgelöst werden. Persönliches Wachstum im Sinne der Gestalttherapie bedeutet, mich immer offener dem Leben zu stellen, wie es mir begegnet. Ich werde mehr mein wahres Selbst, jenseits von Rollen und Schablonen. In diesem Sinne ist das Ziel der Gestalttherapie nicht in erster Linie "Freude und Glück", sondern ein den Erscheinungen des Lebendigen gegenüber offenes Selbst, das in der Lage ist, sich seiner eigenen Innenwelt und der Begegnung mit dem "Anderen" zu stellen. Das Glück stellt sich dann von selbst ein, wenn mein Leben in vollem Kontakt mit dem mich umgebenden Lebendigen steht.
Text von: Gabriela Kostak

Gestalttherapie


 

 

 

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Bücher zum Thema: 3
Erhard. Doubrawa Einladung zu Gestalttherapie
Bruno P.. de Roeck Gras unter meinen Füßen
Erhard. Doubrawa Heilende Beziehung